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Chronischer-dekompensierter Tinnitus

Unter Tinnitus werden unangenehme bzw. ständig wiederkehrende Ohrgeräusche verstanden, die meist keine äußerlichen Ursachen haben und nur von den Betroffenen wahrgenommen werden.

Äußere Ursachen liegen meist im Hals-Nasen-Ohren ärztlichen Bereich und klingen sehr häufig nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. In der Phase der akuten Ohrgeräusche ist die Diagnostik und Behandlung die Domäne des HNO-Arztes.

Je länger Ohrgeräusche andauern, desto häufiger können sie sich von ihrer verursachenden biologischen Ursache abkoppeln und bestehen bleiben. Diese „Verselbständigung“ beruht auf neurobiologischen Vorgängen. Der Tinnitus erhält sich selbst aufrecht. Das Geräusch wird dann vielfach nicht mehr im Ohr allein wahrgenommen. Er wird zunehmend „unschärfer“ und scheint im ganzen Kopf lokalisiert zu sein. Lokale Maßnahmen am Ohr helfen in diesen Fällen nicht mehr weiter. 

Die Lebensqualität wird eingeschränkt

Die meisten Menschen fühlen sich durch einen Tinnitus nicht in ihrem Alltag gestört, andere fühlen sich aber zunehmend dadurch seelisch beeinträchtigt. Wenn das individuelle Maß an Toleranz überschritten wird, spricht man vom „dekompensierten Tinnitus“, der die Lebensqualität massiv einschränkt und einen erheblichen Leidensdruck auslösen kann. Zudem können psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen die Wahrnehmung eines Tinnitus verstärken.

Die Therapie dieses chronisch dekompensierten Tinnitus ist die Domäne der Psychosomatik. Alleinige somatische Behandlungsmaßnahmen führen kaum zum Erfolg. Es gibt inzwischen spezielle, erfolgreich erprobte psychologische Behandlungsstrategien, die in unserer Klinik eingesetzt werden.

Vor oder begleitend zu diesen Therapiemaßnahmen erfolgt eine genaue fachärztliche Diagnostik durch einen HNO-Arzt, die wir hier in Kooperation anbieten können. 

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann