zurück zur Übersicht
Jetzt Therapie vereinbaren
Tel. 0771 / 851750

Psychosomatische Schlafstörungen

Schlafstörungen gehören inzwischen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt und nehmen mit zunehmendem Alter deutlich zu. Wie viel Schlaf jemand benötigt, ist individuell unterschiedlich, im Allgemeinen zwischen 6 und 8 Stunden. Schlafstörungen äußern sich darin, dass die Betroffenen über schlechtes Einschlafen, vermehrtes Aufwachen in der Nacht oder Früherwachen klagen. Entscheidend ist, dass in der Folge die Leistungsfähigkeit am Tag herabgesetzt ist, weil die notwendige biologische Regeneration nicht ausreichend stattfinden kann. Damit haben Schlafstörungen eine erheblich krankheitswertige Bedeutung und schränken subjektiv die Lebensqualität stark ein.

„Hyperarousal“: Wenn Überregung den Schlaf stört

Schlafstörungen sind teilweise begründet durch die veränderten sozialen Rahmenbedingungen und Lebensgewohnheiten, wie sie beispielsweise in unserer modernen Industriegesellschaft gegeben sind. Sie können eigenständigen Krankheitswert haben. Dies wird dann mit dem Begriff „Primäre Insomnie“ bezeichnet. Hier steht im Vordergrund, dass Menschen mit vielfältigen Problemen nicht zur Ruhe kommen und ein sogenanntes „Hyperarousal“ entwickeln, also ein Zustand vegetativer und geistiger Übererregbarkeit, der ein Einschlafen bzw. Durchschlafen ungünstig beeinflusst. Mit der Zeit entsteht ein Teufelskreis aus „Hyperarousal“ in Verbindung mit ungünstigen Schlafgewohnheiten, Leistungseinschränkungen am Tage und möglicherweise Konsum von schlafschädigenden Substanzen wie Alkohol, Beruhigungs- oder Schlafmitteln, die ihrerseits den Schlaf negativ beeinflussen.

Darüber hinaus treten Schlafstörungen auch im Rahmen verschiedener psychischer Störungen auf, z.B. bei Angststörungen, Depressionen oder Psychosen, aber auch bei internistischen Erkrankungen wie Hormonstörungen. Im Rahmen dieser psychischen Erkrankungen ist die Schlafstörung häufig Frühsymptom. Sie wird während einer solchen Erkrankung häufig ein Kernsymptom und bessert sich meist deutlich im Rahmen der Behandlung der Haupterkrankung.

Ausreichend erholsamer Schlaf ist für unsere körperliche und seelische Gesundheit also immens wichtig. Neuere Studien zeigen seine Bedeutung für Hirnreifungsprozesse, Regeneration, Lern- und Gedächtnisfunktionen, Immunsystem und neurodegenerative Erkrankungen wie z. B. die Demenz vom Alzheimer Typ.

 

 

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann