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Stress- und Stressfolgeerkrankungen

Stress ist eine biologisch sinnvolle Reaktion auf ein akutes Bedrohungs- und Belastungsereignis. Die Stressreaktion ermöglicht, dass wir Reserven mobilisieren, um akute Gefahrensituationen zu bewältigen. Sie stärkt das Herz- Kreislaufsystem, verbessert die Muskeldurchblutung und fördert die Atmung, damit das Blut mehr Sauerstoff aufnehmen kann. Wenn die akute Gefahr zu Ende ist, klingt der durch Hormone vermittelte Stressmechanismus rasch ab.

Es gibt aber auch Situationen, in denen wir anhaltendem äußeren oder inneren Stress ausgesetzt sind. Hier normalisiert sich die kurzfristig sinnvolle Stressreaktion also nicht. Der Körper schüttet weiter Stresshormone aus. Der anhaltende Stresszustand führt zu Stresserkrankungen, die sich auf den ersten Blick in erhöhtem Puls oder Blutdruck äußern können. Stresssymptome, die über einen gewissen Zeitraum anhalten, können sich nach Beendigung der Stresssituation zurückbilden. Bei ständiger Überforderung der Organsysteme kann es zu bleibenden Schäden kommen, wie z.B. zu einem fixierten Bluthochdruck.

Unsere „moderne“ Lebensgestaltung im beruflichen aber auch im privaten Bereich führt vielfach zu einer anhaltenden Überforderung, die schließlich als chronischer Stress wahrgenommen wird. 

Stressanfälligkeit ist individuell unterschiedlich

Eine wichtige Rolle für Stressanfälligkeit spielen aber auch psychische Faktoren, nämlich die individuell unterschiedlich ausgeprägte Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Die Güte der Widerstandsfähigkeit wird bestimmt von den Erbanlagen und der biographischen Entwicklung in Kindheit und Jugend. Ziel der Therapie ist daher, individuelle Muster für Stressanfälligkeit zu identifizieren, um die eigenen Grenzen erkennen und respektieren zu können. In der weiteren psychotherapeutischen Behandlung gilt es dann, Strategien zu erarbeiten, um seine Stressempfindlichkeit reduzieren und damit die eigene Komfortzone erweitern zu können.

Psychische Erkrankungen gehen häufig mit einer biologisch fassbaren Erhöhung des inneren Stressniveaus einher, was sich an einer Erhöhung der Stresshormone nachweisen lässt. Stress kann einerseits eine wesentliche Rolle bei der Entstehung psychischer Störungen haben (z. B. Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen), andererseits aber auch solche Störungen unterhalten bzw. verstärken.

Neben der primären Behandlung der psychischen Grunderkrankung messen wir deshalb dem individuellen inneren und äußeren Stressgeschehen eine besondere Bedeutung in der Therapie bei.

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann