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Berufsspezifisches Behandlungsangebot für Pädagogen

Lehrer zu sein ist ein anstrengender Beruf, wofür im Wesentlichen das vielschichtige Anforderungsprofil verantwortlich ist. Die bestehende Herausforderung beschrieb Professor Dr. H. Gudjons sehr pointiert wie folgt: „Der Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe mit Spitzensportlern und Behinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände zu führen, und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.“

Schwierige Schüler und Eltern, Probleme mit Kollegen und Vorgesetzten, unzureichende materielle Ausstattung der Schulen und personelle Unterbesetzung, ständig neue Vorgaben der Ministerien: Lehrer finden sich heute im Spannungsfeld von gesellschaftlichen, bildungspolitischen und internen Anforderungen wieder.

Pädagogen haben oft hohe Erwartungen an sich selbst

Häufig haben Pädagogen bei der Erfüllung ihres Bildungsauftrages hohe Erwartungen (vor allem an sich selbst) und zeigen eine enorme Verausgabungsbereitschaft.

Diese Kombination aus äußerem und innerem Leistungsdruck ist ein besonderer Risikofaktor für psychische Überlastung.

Gelegentlich kommt es jedoch auch angesichts einer als unvereinbar wahrgenommenen Diskrepanz zwischen verfügbaren persönlichen und institutionellen Ressourcen einerseits und den als steigend erlebten Anforderungen auf der anderen Seite zur Ausbildung von Resignation und Hilflosigkeit, was ebenfalls zu erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen im psychischen, körperlichen und sozialen Bereich führen kann.

Obwohl die überwiegende Mehrzahl aller Pädagogen (Untersuchungen sprechen etwa von 70%) Freude an ihrem Beruf haben, fühlen sich doch sehr viele durch den Berufsalltag belastet.

Als problematische Beanspruchungen im Beruf werden dabei immer wieder benannt:

  • unzureichende gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit
  • Druck durch sich ständig ändernde Forderungen und Richtlinien im bildungspolitischen Bereich
  • die Notwendigkeit, sich fortwährend auf unterschiedliche Personen und Situationen einzustellen, also permanent psychisch präsent zu sein
  • eingeschränkte Erholungsmöglichkeiten in der Unterrichtszeit
  • Erleben unzureichender sozialer Unterstützung

Diese Belastungen können im Zusammenhang mit verschiedenen intrapsychischen Faktoren in einem „Burn-out“-Erleben münden, das bei unzureichender Intervention schließlich auch manifeste psychische und psychosomatische Störungen begründen kann.

Betroffene bemerken oft erst sehr spät die Warnzeichen oder sehen keine Veränderungs- und Handlungsmöglichkeiten. In vielen Fällen führen Burn-out und depressive Symptome dann zu langen Fehlzeiten und Frühberentung.

Das MediClin Zentrum für Psychische Gesundheit in Donaueschingen bietet zum Thema Lehrergesundheit ein spezielles Programm, das sich an Lehrer und andere pädagogische Berufe richtet.

Unser Therapieprogramm für Lehrer umfasst verschiedene Therapiebausteine:

  • Gruppentherapie: In der wöchentlichen Gruppentherapie können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen. In dieser Gruppe stehen u.a. Themen wie Stress im Lehrerberuf, Bedeutung von negativen Gedanken und Bewertung, Ressourcenaktivierung, Identität und Berufsrolle sowie berufliche Biographien in Fokus. Neben den Gesprächen setzt die Therapeutin Therapiemethoden wie Rollenspiele oder imaginative Verfahren ein.
  • Einzeltherapie: In der wöchentlichen Einzeltherapie haben Sie Gelegenheit, mit Ihrem Bezugstherapeuten gezielt über Ihre Probleme zu sprechen.
  • Entspannungsgruppen: Stresserleben ist ein Hauptgrund für die gesundheitlichen Beschwerden vieler Lehrer. Bei uns lernen Sie zur besseren Stressbewältigung unterschiedliche Entspannungsmethoden kennen und anzuwenden, u.a. progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeits- und Genusstraining. Bewegungsangebote dienen ebenfalls der Entspannung.

Die genannten berufsspezifischen Angebote finden ergänzend zu den grundlegenden und bedarfsgerecht eingesetzten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen statt.

Wege unserer Diagnostik

1

Psychosomatisch-psychiatrisches Anamnesegespräch

2

Psychometrische Testverfahren

3

Klinisch körperliche Untersuchung

4

Klinisch apparative Untersuchungen

5

Stressdiagnostik

6

Konsiliarische Untersuchungen

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann