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Diagnostik

Eine differenzierte Diagnostik nimmt einen hohen Stellenwert in unserem Behandlungskonzept ein, da nur über eine gezielte diagnostische Einordnung die Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Behandlung geschaffen werden kann. Es gilt, sowohl die psychologischen als auch die körperlichen Faktoren als Ursache der Erkrankung genau zu erheben.

Um sowohl die persönliche Belastung für Sie als auch die Kosten möglichst niedrig zu halten, vermeiden wir Diagnostik, die nicht unbedingt notwendig ist.

Alle Untersuchungen werden in Absprache mit Ihnen getroffen und alle Ergebnisse vor dem Hintergrund des psychosomatischen Gesamtverständnisses unserer Behandlung ausführlich mit Ihnen besprochen. 

Psychosomatisch-psychiatrisches Anamnesegespräch

Im Rahmen des ausführlichen Aufnahmegespräches am ersten und zweiten Behandlungstag erfassen wir Ihre persönlichen Problemkonstellationen und erstellen einen psychischen Befund als Ausgangsbasis für die Behandlungsplanung. Die Anamneseerhebung erfolgt auf tiefenpsychologischer und verhaltensanalytischer Basis. Vorbefunde und -behandlungen werden in die Behandlungsplanung integriert. 

Das Anamnesegespräch erfolgt bei uns immer durch einen Facharzt oder approbierten Psychologischen Psychotherapeuten und wird ergänzt durch eine umfassende körperliche Untersuchung.

Bei der Behandlungsplanung sind Sie partizipatorisch eingebunden und bestimmen so Ihre Behandlung maßgeblich mit!

Psychometrische Testverfahren

Ergänzend zur Anamnese setzen wir Selbstbeurteilungsinstrumente, wie z.B. BDI (Beck Depression Inventar), das Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI-R) oder die Symptom-Checkliste SCL 90, ein. Welche Instrumente wir einsetzen, richtet sich nach den jeweiligen Beschwerdebildern.

Die Testungen werden zu Beginn, während und am Ende Ihrer Behandlungszeit erhoben. So können die von Ihnen erzielten Therapiefortschritte verdeutlicht werden. Nach Bedarf können weitere standardisierte Testverfahren eingesetzt werden. 

Klinisch körperliche Untersuchung

Die somatische Untersuchung erfolgt detailliert auf allgemeinmedizinischem, internistischem und neurologischem Gebiet. Fachärzte aus verschiedenen Gebieten (Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Neurologie) stehen hierfür zur Verfügung.

Die Untersuchung dient dazu, körperliche Einflussfaktoren auf die psychische Problematik zu erfassen. Wir überprüfen körperliche Beschwerden, die im Rahmen psychischer Erkrankungen auftreten können, aber auch vorliegende körperliche Grunderkrankungen. 

Zur Aufnahmeuntersuchung gehört eine Laboruntersuchung. Es werden alle relevanten Routineparameter, aber auch spezielle Parameter untersucht, die sich aus ihrem Krankheitsbild ergeben. Daraus gehen oft schon wichtige Hinweise auf Ihren allgemeinen Gesundheitszustand, den Funktionszustand der Organe und daraus resultierende mögliche Einflüsse auf Ihr psychisches Befinden hervor.

Zur Aufnahmeuntersuchung gehört ebenso die Durchführung eines Elektrokardiogramms (EKG), um z.B. kardiale Risikofaktoren zu erfassen und Hinweise für manifeste Herz-Kreislauf- Erkrankungen zu gewinnen.

Bei Aufnahme und im weiteren Behandlungsverlauf werden alle Untersuchungen durchgeführt, die von den Leitlinien der Fachgesellschaften (z. B. unter der Einnahme von Psychopharmaka) empfohlen werden.

Abhängig von den erhobenen Befunden besteht die Möglichkeit zur Durchführung von weiteren Untersuchungen wie Langzeit-EKGs, Langzeit-Blutdruckmessungen und Ultraschalluntersuchungen.

Bei Hinweis auf pulmonale Funktionsstörungen können wir eine Spirometrie durchführen. Weiterführende pneumologische Diagnostik (insbesondere auch polysomnographische Untersuchungen im Schlaflabor) erfolgen bei Bedarf kurzfristig in der MediClin Albert Schweitzer Klinik Königsfeld, mit der eine enge Kooperation besteht. Hier kann zum Beispiel abgeklärt werden, ob ein Schlafapnoesyndrom vorliegt.

Stressdiagnostik

In Abhängigkeit vom Beschwerdebild ist eine differenzierte Einschätzung Ihrer individuellen Stressbelastung, als Ausgangspunkt für die Therapieplanung, ist durch die Zusammenschau der Ergebnisse dieser körperlichen Untersuchungen möglich:

  • Welchen Einfluss Stressreaktionen auf Ihr individuelles Erkrankungsbild haben, ergibt sich aus der psychosomatisch-psychiatrischen Anamnese, den Untersuchungsergebnissen sowie apparativen Methoden. 
  • Wir können spezielle Hormonspiegel bestimmen, z.B. den des Cortisols, das maßgebliche Stresshormon der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden- Achse.
  • Im EKG messen wir die Herzfrequenzvariabilität als Maß für die Reagibilität ihres vegetativen Nervensystems.
  • Die Blutdruckmessung über einen Zeitraum von 24 Stunden liefert weitere Informationen über die Empfindlichkeit und Reaktionsfähigkeit Ihres vegetativen Nervensystems.
  • Eine gezielte Stressdiagnostik wird auch im Stresstest im Rahmen einer speziellen Biofeedbackuntersuchung durchgeführt. Hier werden vegetative Parameter wie z.B. Hautwiderstand, Wärmeleitfähigkeit und insbesondere kardiale Reaktionsparameter rückgemeldet.

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann