zurück zur Übersicht
Jetzt Therapie vereinbaren
Tel. 0771 / 851750

Angst- und Zwangsstörungen

Ängste sind bis zu einem gewissen Ausmaß normal und lebenswichtig. Sie können aber auch eine Dimension einnehmen, die den Ursachen nicht mehr angemessen ist. Die lebenserhaltende, normale Angst wird dann zu einer Erkrankung. Angsterkrankungen schränken den Lebensraum der Betroffenen häufig sehr stark ein. Betroffene sind dann nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen.

Man unterscheidet bei den „eigenständigen Angststörungen“ (also solchen, die nicht im Rahmen einer anderen psychischen Störung erklärbar und verstehbar sind) im Wesentlichen die Panikstörung, die generalisierte Angststörung, die spezifischen (phobischen) Angststörungen und als Spezialfall die sozialen Phobien. 

Panikstörungen

Bei der Panikstörung kommt es zu wiederkehrenden ausgeprägten Angstattacken mit heftigen körperlichen und psychischen Symptomen. Sie treten manchmal völlig ohne erkennbaren Grund auf und lassen den Betroffenen Todesängste erleiden. Häufig kommt es dann zu notfallmäßigen stationären Aufnahmen in Kliniken, ohne dass eine organische Ursache der Beschwerden festgestellt werden kann.

Phobische Ängste

Phobische Ängste sind objektbezogen. Im einfachsten Fall zählen die Tierphobien dazu, z.B. die Phobie vor Spinnen. Diese Ängste sind sehr häufig (bis zu 10% der Bevölkerung). Spezifische Behandlung ist nicht unbedingt in allen Fällen erforderlich, gleichzeitig gibt es aber sehr gute und erfolgreiche Behandlungskonzepte für solche Ängste.

Generalisierte Ängste

Davon zu unterscheiden sind die generalisierten Ängste. Hier treten Ängste nicht attackenartig und plötzlich auf, sondern die Ängste beziehen sich auf wechselnde Ereignisse, so dass sich die Betroffenen ständig in Sorge und Befürchtungen hinsichtlich zum Teil alltäglicher Lebensbegebenheiten befinden. 

Soziale Phobie

Die Soziale Phobie ist eine Erkrankung, die meist in der Adoleszenz entsteht. Gemieden werden besonders solche sozialen Situationen, in denen Betroffene im Fokus der Aufmerksamkeit anderer Menschen stehen und Angst vor möglichen peinlichen Situationen in der Öffentlichkeit entwickeln. 

Angststörungen können verhältnismäßig schwach ausgeprägt sein und bedürfen dann keiner stationärer Therapie, sondern sind explizit Domäne der ambulanten Behandlung. Sie können aber auch chronifizieren, so dass die Betroffenen dann nicht mehr in der Lage sind, ihre Alltagsangelegenheiten zu bewältigen, z.B. gar nicht mehr aus dem Haus gehen können. In so einem Fall ist eine ambulante Behandlung nicht mehr möglich. Die Behandlung muss dann zunächst stationär durchgeführt werden, um den Teufelskreis aus Ängsten und Vermeidungsverhalten durchbrechen zu können.

Ängste kommen aber nicht nur als eigenständige Angsterkrankungen vor, sondern sind Begleitsymptome vieler anderer psychischer Störungen, wie z.B. von Depressionen. Insofern ist hier eine genaue Differentialdiagnostik notwendig. Es sind auch genetische und organische Faktoren zu berücksichtigen, da organische Erkrankungen sowie bestimmte Medikamente ebenfalls Ängste und Angststörungen auslösen können. Auch im Rahmen von Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis können Ängste - auftreten. 

Zwangserkrankungen

Zwangserkrankungen sind z.T. sehr schwere psychische Erkrankungen, die darin bestehen, dass der Betroffene immer wiederkehrend Handlungen durchführen muss, die er nicht für sinnvoll hält und die ihm selbst schaden. So können sich Patienten mit Waschzwang durch z.B. ständiges Waschen der Hände schwere Irritationen der Haut zuziehen. Außer Zwangshandlungen gibt es auch Zwangsgedanken.

Zwangserkrankungen treten erstmalig meist vor dem 30. Lebensjahr auf. Im Durchschnitt vergehen dann bis zur Aufnahme einer Behandlung 10 Jahre.

Wenn Zwangshandlungen nicht durchgeführt werden, lösen sie Angst aus. Deswegen werden Zwangserkrankungen in manchen Klassifikationen den Angststörungen zugeordnet.

Schwere Zwangsstörungen schränken den Handlungsspielraum im Alltag so stark ein, dass Alltagsaufgaben nicht mehr bewältigt werden können, da der Betroffene durch die Ausübung der Zwangshandlungen bzw. durch die Zwangsgedanken weitgehend absorbiert ist.

Leichte Formen der Zwangserkrankungen können gut ambulant behandelt werden. Auch hier gilt, dass ab einem gewissen Schweregrad mit deutlicher Einschränkung des sozialen Integrationsniveaus eine stationäre Behandlung erforderlich wird. Je nach Ursache der Erkrankung werden dann gezielt therapeutische Maßnahmen kombiniert, so dass die stationäre Behandlung wesentlich effektiver ist als die ambulante.

Tendenziell verheimlichen viele Menschen ihre Zwänge, oft aus Scham. Bei anderen erfüllen sie eine bestimmte Funktion im Leben. Oft sind die Familien der Betroffenen stark in Mitleidenschaft gezogen und dadurch vom Auseinanderbrechen bedroht.

Zwänge können als Symptom auch außerhalb einer eigenständigen Zwangserkrankung auftreten, z.B. bei Psychosen. 

Wege unserer Diagnostik

1

Psychosomatisch-psychiatrisches Anamnesegespräch

2

Psychometrische Testverfahren

3

Klinisch körperliche Untersuchung

4

Klinisch apparative Untersuchungen

5

Stressdiagnostik

6

Konsiliarische Untersuchungen

Dr. med. Björn Grossmann

Chefarzt
Dr. med. Björn Grossmann